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Impuls zum 25.1.26

Matthäus 4, 13.17
Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. (...) Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

Wenn das Himmelreich nahe ist, geht dann die Welt unter? Jesus ist alles andere als ein Weltuntergangsprophet. Schon gar nicht von der Sorte, wie sie heute häufig mit ihren abstrusen Botschaften um die nächste Ecke kommen. Mit dem Himmelreich, auch Gottesreich genannt, ist gemeint, dass sich in der Welt etwas ereignet, das sichtbar macht, wie Gott zum Wohl der Menschen wirkt. Das wurde im Handeln Jesu immer wieder erfahrbar: wo er geheilt, befreit, Menschen geachtet und dafür gesorgt hat, dass sie wieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Da geschieht das Himmelreich - keinesfalls erst jenseits der irdischen Welt. Das können nicht alle sehen und nicht wenige tragen durch ihr Handeln dazu bei, dass es so gar nicht "himmelreichmäßig" zugeht. Darauf zielt die Aufforderung "Kehrt um!" ab. Wer sich umdreht, wird etwas anderes sehen als bisher. Er erweitert seinen Horizont. Und wer sein Handeln, das Menschen Schaden zufügt, ändert, trägt selbst dazu bei, dass das Gottesreich ein Stück näher kommt.

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 18.1.26

Jesaja, 49,6
Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Die Mächtigen unserer Tage werden zur düsteren Bedrohung ihrer Nachbarvölker und Nationen, damit sie ihre Macht immer weiter ausdehnen können. Das können wir Tag für Tag aus den Nachrichten bis zum Überdruss erfahren. Die Botschaft beim Propheten Jesaja lautet dagegen so ganz anders. Gott sendet seinen engsten Vertrauten, er wird hier Knecht genannt, damit das Volk Israel wieder auf die Füße kommt. Doch das reicht ihm nicht. Es soll nicht mehr nur um ein Volk gehen. Gott will, dass sein Gesandter zum Licht für alle Völker wird. Nicht um seine Macht zu vergrößern, sondern, damit sein Heil, sein Wohlwollen, sein Segen allen zuteil wird. Gutes Leben, Gerechtigkeit, Wohlstand soll für alle Wirklichkeit werden, nicht nur für wenige auf die Kosten aller anderen. Dagegen wirken die fragwürdigen Heilsbotschaften wie "Make irgendwas great again!" letztlich ziemlich dürftig und blass.

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 11.1.26

Jesaja 42, 2-3
Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.

Wer schreit hat Unrecht - hieß es einmal. Von wegen! Die gewalttätigen Schreihälse unserer Tage nehmen sich das Recht des Stärkeren und treten die Schwächeren mit Füßen. Himmelschreiendes Unrecht geschieht Tag für Tag. Wer wollte da auf Dauer widerstehen! Die Resignation lockt und greift um sich. Wer sollte daraus den Menschen, die sich ja eigentlich nicht damit abfinden wollen, einen Vorwurf machen? Doch statt zu resignieren wäre es an der Zeit, die Zusage Gottes, die es schon vor über zweieinhalb tausend Jahren gibt, in all dem sellbstgefälligen Lärm nicht zu überhören. Der, der nach dem Wort des Propheten das Recht als Gottes Gerechtigkeit bringt, lärmt nicht. Er macht auf sich aufmerksam durch Behutsamkeit. Er ist aufmerksam auf das, was noch nicht erloschen ist und auf das, was Schaden genommen hat, aber nicht zerbricht. In dieser Behutsamkeit liegt die Botschaft, nicht zu verzagen, auch wenn das Unrecht und die Gewalt bedrohlich geworden sind. Daran zu glauben ist herausfordernd, genauso wie die gegenwärtige Situation.

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 4.1.26

Johannes1,4-5
In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Was ist der Mensch und was die Schöpfung, deren Teil er ist und die ihn umgibt? Eine grundlegende Frage, häufig beantwortet, ganz unterschiedlich. Die Antworten darauf sind nicht ein für alle malabgeschlossen- auch die der Naturwissenschaften nicht. Die Antworten der Bibel und vieler Schriften und Überlieferungen anderer Religionen sind Versuche, die Akzente setzen um Orientierungen zu geben und Annäherungen zu formulieren. Vielleicht braucht aus die Frage gar keine abschließende Antwort?! Die biblischen Antworten möchten zum Weiterfragen und Weiterdenken Horizonte eröffnen: Wir Menschen haben uns nicht selbst gemacht. Wir sind weder Zufall noch eine Laune der Natur. Wir sind zur Freiheit geschaffen, die es nicht ohne Verantwortung für uns und für andere gibt. Freiheit bedeutet auch, entlastet zu sein, weil uns das Leben geschenkt ist. Das Evangelium sagt, in diesem geschenkten Leben ist das Licht stärker als die Finsternis. Eine Zusage, die uns herausfordert, zuversichtlich zu sein. Diese Zuversicht haben wir nötiger denn je. Möge sie uns im Neuen Jahr hier und da tragen.

Herzliche Grüße und Gottes Segen, Glück und Gelingen im Neuen Jahr

Aloys Perling
Pastoralreferent