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Impuls zum 26.7.26

1. Buch Könige 3, 9, 11-12
Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht! (...) Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast (...) um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht.

König Salomos Weisheit ist sprichwörtlich. Er ist demütig und klug genug, um Gott als unerfahrener König darum zu bitten, Gutes von Bösem unterscheiden zu können. Es geht ihm nicht um Macht, sondern um die Fähigkeit, mit Recht und Gerechtigkeit zu regieren. Darin unterscheiden es sich, schlau zu sein oder klug. Klugheit ist die Grundlage der Weisheit. Weisheit erwirbt man nicht auf Knopfdruck. Um sie zu erlangen, sind kluges Handeln, das Bewusstsein, dass man nicht alles aus sich heraus erreichen kann und Lebenserfahrung notwendig. Sie ist kein Instant-Produkt, kein Fertigprodukt, kein Fastfood, sondern braucht Zeit und Geduld, einen langen Atem und die Bereitschaft gut hinzuhören. Weise Menschen tun sich und anderen gut, weil sie tiefer sehen, genauer hinhören und im Herzen verstehen, nicht nur mit ihrem Verstand. Diesen Gedanken greift Saint-Exupéry im "Kleinen Prinzen" auf, wenn er den Fuchs sagen lässt: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Weisheit macht das Wesentliche  sichtbar.

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 19.7.26

Matthäus 13, 28b-30a
Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte.

Manchmal wünschen wir uns radikale Lösungen, damit Probleme endlich behoben werden. Das ist verständlich, aber nicht unbedingt klug. Zu groß ist die Gefahr, dass auch das Gute Schaden nimmt, wenn wir gegen das Böses in der Welt vorgehen wollen. Also alles so laufen lassen, wie es läuft?! Das kann ja wohl auch nicht sein. Bei aller Entschlossenheit ist Klugheit und Weitsicht gefragt. Und zuletzt auch Geduld und das Vertrauen darauf, dass am die Ernte des Weizens erfolgreich sein wird. "Sine ira et studio!" lautet ein alter Spruch. Engagiert gegen Böses eintreten und ihm Einhalt gebieten - aber "ohne Zorn und Eifer". Das fällt nicht leicht, gerade wenn Ungerechtigkeit, Hass und Menschenverachtung mit Händen zu greifen sind. Vielleicht helfen die Bilder der Gleichnisse vom Unkraut im Weizen, aber auch vom Senfkorn und vom Sauerteig, die bei Matthäus gleich im Anschluss zu finden sind, mit Geduld zu sehen, wie Gutes wächst und gedeiht. Auch wenn der Anfang unscheinbar ist.

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 12.7.26

Jesaja 55,10-11
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.

Heute ist häufig von Wirksamkeit die Rede. Neudeutsch "outcome". Unter Outcome versteht man die tatsächliche Wirkung, das Resultat, dass durch eine bestimmte Maßnahme erzielt wird. Eben dies nimmt Gott für seine Botschaft in Anspruch. Was er sagt, erzielt eine Wirkung. Wenn wir wahrnehmen, was Lebensbedrohliches in der Welt geschieht, können wir ab und an ins Zweifeln kommen. Müsste die Wirkung, die Gottes Wort hervorruft nicht anders aussehen! Das, was Gott will, scheint in seiner Wirkung kein Selbstläufer zu sein. Es geht offenbar nicht um einen Automatismus. Da diejenigen, an die das Wort gerichtet wird, als freie Wesen erschaffen wurden, sind sie an seiner Wirksamkeit beteiligt. Die Resonanz von uns Menschen auf die Botschaft Gottes ist Teil der Wirkung. Freiheit ist an Verantwortung gebunden. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist es gut, innezuhalte und das Wort wirken zu lassen. Andernfalls könnten wir etwas Wichtiges verpassen. Und wer will schon etwas verpassen?!

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 5.7.26

Matthäus 11,28-29
Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.

Kann Lernen erquicken, also gewissermaßen erfrischen und neue Kraft geben und gar unser Innerstes zur Ruhe bringen? Sicher sind unsere Lernerfahrungen in Schule, Ausbildung und im Alltag ganz unterschiedlich, aber solches verbinden wir wohl eher nicht damit. Eröffnet das Lernen von Jesus diese Erfahrungen? Er selbst nennt die Gründe oder besser gesagt die Voraussetzungen, warum er ein Kraft spendender Lehrmeister ist, ein Modell, an dem wir uns orientieren können: seine Güte und seine Demut. Man könnte auch sagen, Güte ist die Art und Weise, wie er Menschen begegnet, die ihr "Päckchen" zu tragen haben, die sich herumplagen mit den Lasten des Alltags. Er packt nicht noch eins drauf und treibt sie nicht noch zusätzlich an, damit sie noch besser werden. Selbstoptimierung, wie sie heute oft gepredigt wird, ist nicht sein Ding. Im Gegenteil: seine Grundüberzeugung ist Demut. Er überschätzt sich nicht, macht sich nicht zum Maß für das, was noch alles zu leisten ist, sondern stellt sich selbst in den Bezug zu Gott, der ihn gesandt hat, um die Menschen aufzurichten. Von ihm zu lernen kann Menschen befreien und entlasten - nicht nur in den Ferien und im Urlaub.

 

Aloys Perling
Pastoralreferent