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Impuls zum 11.1.26

Jesaja 42, 2-3
Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.

Wer schreit hat Unrecht - hieß es einmal. Von wegen! Die gewalttätigen Schreihälse unserer Tage nehmen sich das Recht des Stärkeren und treten die Schwächeren mit Füßen. Himmelschreiendes Unrecht geschieht Tag für Tag. Wer wollte da auf Dauer widerstehen! Die Resignation lockt und greift um sich. Wer sollte daraus den Menschen, die sich ja eigentlich nicht damit abfinden wollen, einen Vorwurf machen? Doch statt zu resignieren wäre es an der Zeit, die Zusage Gottes, die es schon vor über zweieinhalb tausend Jahren gibt, in all dem sellbstgefälligen Lärm nicht zu überhören. Der, der nach dem Wort des Propheten das Recht als Gottes Gerechtigkeit bringt, lärmt nicht. Er macht auf sich aufmerksam durch Behutsamkeit. Er ist aufmerksam auf das, was noch nicht erloschen ist und auf das, was Schaden genommen hat, aber nicht zerbricht. In dieser Behutsamkeit liegt die Botschaft, nicht zu verzagen, auch wenn das Unrecht und die Gewalt bedrohlich geworden sind. Daran zu glauben ist herausfordernd, genauso wie die gegenwärtige Situation.

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 4.1.26

Johannes1,4-5
In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Was ist der Mensch und was die Schöpfung, deren Teil er ist und die ihn umgibt? Eine grundlegende Frage, häufig beantwortet, ganz unterschiedlich. Die Antworten darauf sind nicht ein für alle malabgeschlossen- auch die der Naturwissenschaften nicht. Die Antworten der Bibel und vieler Schriften und Überlieferungen anderer Religionen sind Versuche, die Akzente setzen um Orientierungen zu geben und Annäherungen zu formulieren. Vielleicht braucht aus die Frage gar keine abschließende Antwort?! Die biblischen Antworten möchten zum Weiterfragen und Weiterdenken Horizonte eröffnen: Wir Menschen haben uns nicht selbst gemacht. Wir sind weder Zufall noch eine Laune der Natur. Wir sind zur Freiheit geschaffen, die es nicht ohne Verantwortung für uns und für andere gibt. Freiheit bedeutet auch, entlastet zu sein, weil uns das Leben geschenkt ist. Das Evangelium sagt, in diesem geschenkten Leben ist das Licht stärker als die Finsternis. Eine Zusage, die uns herausfordert, zuversichtlich zu sein. Diese Zuversicht haben wir nötiger denn je. Möge sie uns im Neuen Jahr hier und da tragen.

Herzliche Grüße und Gottes Segen, Glück und Gelingen im Neuen Jahr

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 21.12.25

Matthäus 19,19
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

In der Bibel wird nicht viel über Josef, den Mann Marias und Vater von Jesus, erzählt. Eigentlich ist er nicht so richtig der Vater - aber das ist eine andere Geschichte. Das, wie hier im Matthäus-Evangelium dieser Josef geschildert wird, hat es gerade in der Kürze in sich. Er führt sich nicht als der gekränkte Verlobte auf, der Maria der Untreue bezichtigt. So hängt er Marias uneheliche Schwangerschaft nicht an die "große Glocke". Josef wird gerecht genannt. Er ist ein Gerechter, weil er von sich absehen kann. Er verzichtet auf sein formales Recht. Er meint es gut mit Maria. Das ist ihm offenbar wichtiger als seiner Entttäuschung Luft zu machen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Diese Sensibilität ist vielleicht der Grund dafür, warum er im Traum zugänglich ist für das, was Gott ihm durch einen Engel sagen lässt. Er ist offen für die Botschaft und den Auftrag, noch einen Schritt weiter zu gehen und mit der schwangeren Maria eine Familie zu gründen. Auch wenn wenig von Josef berichtet wird - das Wenige hat es in sich!

Aloys Perling
Pastoralreferent

Impuls zum 14.12.25

Matthäus 11, 3b-5
Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet.

Worauf warten wir angesichts der Eindrücke und Erfahrungen, wie sehr die Welt Heilung braucht? Es ist bezeichnend, dass Jesus auf die Frage der Jünger des Johannes keine theologische Grundsatzrede hält oder sich nicht zu Selbstdarstellung hinreißen lässt. Um eine Antwort auf die Frage zu erhalten, brauchen die Menschen offene Augen und Ohren um zu sehen und zu hören, was dort geschieht, wo Jesus Menschen begegnet, die Heilung, Anerkennung, Würde und Ansehen brauchen. Er handelt anders als es viele von dem angekündigten Messias, dem ersehnten Heilsbringer erwarten. Entgegen den Privilegien derer, die gewohnt sind, in der ersten Reihe zu stehen, geht es um die Bedürftigen und Benachteiligten. Wenn wir also heute darauf warten, dass in der Welt Heilung geschieht, dass es besser und nicht immer nur schlechter wird: Augen und Ohren auf, den Blick auf die "Geringsten" nicht durch Gelichter trüben und die leisen Töne nicht durch wohlfeiles Gelaber verstopfen lassen und auf Überraschungen gefasst sein.

Aloys Perling
Pastoralreferent