„Sieh dir nur die Apostel an, einfache Menschen, so wie jedermann.
Sie haben Angst und sperr’n sich ein, doch Gottes Geist reißt die Mauern ein.“
Liebe Pfarrangehörige, liebe Mitchristen,
so beschreibt ein Neues Geistliches Lied das Pfingstgeschehen.
Die Jünger - verunsichert, ängstlich, „verschlossen“ - werden von Gottes Geist ergriffen.
Die Bibel erzählt, wie sich dieser Geist in Feuerzungen auf sie herabsenkt.
Plötzlich sprechen sie in verschiedenen Sprachen - und doch verstehen sie einander.
Aus Verwirrung und Chaos entsteht Gemeinschaft und Verbundenheit.
Wie anders erleben wir oft unsere Welt heute:
Kriege an vielen Orten,
Unverständnis zwischen Menschen,
Konkurrenz und wachsender Druck in Schule und Beruf.
Angst und Enge, statt Hoffnung und Weite – das begegnet uns nicht nur in den Nachrichten, sondern, viel zu oft, im eigenen Alltag. Gerade auch dort, wo wir einander nicht mehr verstehen, wo Worte trennen, statt verbinden.
Umso kostbarer ist die Botschaft von Pfingsten – eine lebensverändernde Botschaft:
Einander verstehen und annehmen. Unterwegs sein im Geist der Freundschaft und der Solidarität.
Das ist mehr als ein schöner Gedanke. Es ist Aufgabe und Geschenk zugleich.
Wo Menschen sich vom Geist Gottes bewegen lassen, wächst Gemeinschaft.
Wo dieser Geist Raum gewinnt, hören wir neu hin.
Wir entdecken im anderen nicht zuerst den „Fehler“, oder das Fremde, sondern das, was uns verbindet.
Pfingsten lädt uns ein, diesem Geist Raum zu geben:
in unseren Familien,
in unserer Gemeinde,
in unseren Begegnungen im Alltag.
Vielleicht beginnt es ganz einfach:
mit einem offenen Ohr,
einem freundlichen Wort,
einem Schritt aufeinander zu.
Pfingsten geschieht auch heute – überall dort, wo Menschen sich von diesem guten Geist Gottes bewegen lassen.
Abschließend möchten wir ein Gebet der Theologin Gisela Glas mit Ihnen teilen:
Heiliger Geist,
du wirkst immer in mir.
Ich aber, verirrt und gefangen in den Aufregungen unserer Zeit,
gefesselt von täglichen Aufgaben, Ängsten und Sorgen,
höre oft nicht,
was Du zu mir sprichst.
Was lehrst Du mich?
„Hab keine Angst.
Lebe Dein Leben aus vollem Herzen.
Tanze und singe, sooft Du kannst.
Ehre den, der Dir gegenübersteht.
Tröste den, der trauert.
Lade den ein, der ausgegrenzt ist.
Sprich mutig, wenn Du Unrecht siehst.
Versöhne, wenn es Streit gibt.
Teile, wenn Du Not siehst.
Genieße und danke für alles, was Dir geschenkt ist.
Liebe!
Und lebe so, als ginge es um das Himmelreich!“
Lehre mich, Heiliger Geist!
Ihnen allen wünschen wir ein frohes und gesegnetes Pfingstfest!
Gemeindereferent Stefan Adams










