Matthäus 9, 12-13
Als das Jesus hörte, sprach er: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das heißt: »Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer.« Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.
"Wir essen Brot und leben vom Glanz!" So drückt es Pfarrer Franz Meurer aus Köln aus. Er hat erkannt, dass gerade die ärmeren und benachteiligten Menschen in seinen Pfarreien, vor allem Kinder, Erfahrungen brauchen, die ihnen deutlich machen, dass es mehr braucht, als satt zu werden und ein Dach über dem Kopf zu haben. Zum Lebensnotwendigen gehört Anerkanntsein, Ansehen, etwas wert sein in den Augen der Anderen. Ansehen verleiht Ansehen. Das tut auch Jesus, der sich über religiöse und gesellschaftliche Schranken hinwegsetzt, um Menschen, die um ihre Würde ringen müssen, Ansehen zu geben. Er setzt sich mit ihnen an einen Tisch, um Mahl zuhalten. Das ist mehr als satt werden. Das schafft Gemeinschaft, Augenhöhe, verleiht Ansehen. Gottesdienst ist zunächst Dienst an den Armen. Barmherzigkeit ist eine Form der Gottesbegegnung. Wenn sie nicht gelebt wird, wird aus Gerechtigkeit schnell Selbst-Gerechtigkeit. Jesus wird nicht müde, das seinen Kritikern zu sagen und zu zeigen.
Aloys Perling
Pastoralreferent
