Matthäus 4, 13.17
Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. (...) Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
Wenn das Himmelreich nahe ist, geht dann die Welt unter? Jesus ist alles andere als ein Weltuntergangsprophet. Schon gar nicht von der Sorte, wie sie heute häufig mit ihren abstrusen Botschaften um die nächste Ecke kommen. Mit dem Himmelreich, auch Gottesreich genannt, ist gemeint, dass sich in der Welt etwas ereignet, das sichtbar macht, wie Gott zum Wohl der Menschen wirkt. Das wurde im Handeln Jesu immer wieder erfahrbar: wo er geheilt, befreit, Menschen geachtet und dafür gesorgt hat, dass sie wieder in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Da geschieht das Himmelreich - keinesfalls erst jenseits der irdischen Welt. Das können nicht alle sehen und nicht wenige tragen durch ihr Handeln dazu bei, dass es so gar nicht "himmelreichmäßig" zugeht. Darauf zielt die Aufforderung "Kehrt um!" ab. Wer sich umdreht, wird etwas anderes sehen als bisher. Er erweitert seinen Horizont. Und wer sein Handeln, das Menschen Schaden zufügt, ändert, trägt selbst dazu bei, dass das Gottesreich ein Stück näher kommt.
Aloys Perling
Pastoralreferent
