Matthäus 22,37-40
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Wer nur an Gesetzen und Geboten hängt, hat noch lange nicht deren tieferen Sinn erfasst. Das zu verstehen und zu leben, ist sollte gerade für die Gesetzeslehrer unabdingbar sein. Da sind sie mal wieder zu kurz gesprungen, die da meinen, wenn man alles gut auswendig gelernt hat um ja nichts falsch zu machen, erfülle man den Sinn der Gesetze. Ihre Gesetzestreue ist nicht unwichtig. Aber wenn sie dazu führt, mit den Mitmenschen lieblos umzugehen, wenn man weder den Urheber der Gesetze liebt noch die anderen, dann kann das haarscharf an dem vorbeigehen, worin ihr Sinn besteht. Daran hängt alles, was eine Religion an Lebens- und Alltagshilfe zur Verfügung stellt. Gesetze, seien sie auch noch so bedeutsam, sind eben nicht um ihrer selbst willen da. Sie brauchen einen Bezugspunkt. Für Jesus ist das die Gottesliebe und die Nächstenliebe. Wenn ich keine Liebe hätte, wäre meine Sprache und mein Reden nichts als ein dröhnender Gong oder eine lärmende Schelle, sagt es der Apostel Paulus. Einfacher drückt es der Kabarettist Jürgen Manger aus, wenn er sagt: Das Wichtigste ist "Mensch bleiben!" Gilt für die Pharisäer damals wie für uns heute.
Aloys Perling
Pastoralreferent
